Handbuch Seite 011 - 013

Fabrikwerkstatt in Gorki

Heute folgt der dritte und letzte Teil der technischen Daten im Handbuch des GAZ-13 Tschaika. Neben weiteren Einzelkomponenten der E-Anlage, gibt es einen Abschnitt, der Eckdaten der Karosserie aufzählt. Am Ende werden die Füllmengen und Einstellwerte genannt.
Die Herren in den frischgewaschenen Arbeitskitteln gehören offenbar zur Reparaturbrigade des Automobilwerks.

Autos, denen man 1959 nur zuwinken konnte

Kein deutsches Fabrikat hatte 1959 eine Ausstattungsliste wie die des Tschaikas zu bieten - ganz zu schweigen von einem großvolumigen V8 aus Aluminium:

  • elektrische Fensterheber

  • elektrische Antenne

  • elektrische Uhr

  • elektrische Scheibenwischer

  • elektrische Gebläse

  • hydraulisches Verdeck (GAZ‑13B)

  • zwei Lautsprecher

  • acht Wellenbereiche im Radio

Mit diesem Wagen gingen die Sowjets in die Vollen!
Mancher Leser mag nun einwenden, daß man in Deutschland ein Auto immerhin kaufen konnte, während die Menschen in Moskau ihnen nur zuwinken durften.
Doch stimmt das?
Wer nicht Bankier, Fabrikant, Diplomat oder glücklicher Erbe eines reichen Onkels aus Amerika war, konnte einen Mercedes 300 Adenauer oder BMW 502 Barockengel auch nur vom Bürgersteig aus bewundern. Der Preis eines Adenauers überstieg sechs durchschnittliche Brutto-Jahresgehälter. Hochgerechnet auf seine elfjährige Produktionszeit wurde in Deutschland kaum mehr als ein Wagen pro Tag verkauft. Kein Wunder, für den Preis eines 300D (27 - 30.000 DM) konnte man sich 1957 auch ein Haus zulegen.

Mercedes 300 - ein automobiler Traum

 

Quellennachweis

  • Abbildung 1 - unbekannte Quelle

  • Abbildung 2, 3, 4, 5 - Auszug aus dem Reparaturhandbuch Tschaika, Gorki;
    deutsche und englische Übersetzung: © Guscha.de

 
 
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