Miss Daisy und ihr Chauffeur

Filmplakat mit Gesicht von Morgan Freeman im Rückspiegel

Wirkt harmlos, nicht wahr?

Im Original lautete der Filmtitel “Driving Miss Daisy”. Der Streifen stand zwei Wochen an der Spitze der US-Charts und räumte vier Oscars sowie drei Golden Globe Awards ab.

Doch nach einem Blick in die Rezensionen wurde ich stutzig. War das da wirklich eine sowjetische Fahne auf dem Kühler des vermeintlichen Packards? Im Versuch, eine Packard-Limousine abzubilden, hatten die Rezensenten versehentlich zu einem Foto der sowjetischen Staatskarosse gegriffen.

Ein ZIS-110 auf Schleichfahrt in US-amerikanischen Webseiten

Auszug aus der Rezension, beworben durch einen ZIS-110

Der Theatername “Dramatic License Productions” scheint eine exquisite Wahl.

Auszug aus der Rezension mit deutlich erkennbarem BMW/EMW

Als ich tiefer grub, wurde mein Erstaunen noch gesteigert. Auch ein ostdeutscher BMW / EMW-340 schaffte es aufs Bild einer US-Internetseite. Die Autoren bzw. Verlage hatten in Unkenntnis über das Aussehen eines Packard das Internet offenbar nach Abbildungen durchsucht, die dem Filmauto ähnlich sahen und wurden ausgerechnet hinter dem eisernen Vorhang fündig.

Ich weiß nur wenig über den abgebildeten BMW/EMW. Die Stoßstangenhörner scheinen zu fehlen, die Farbe des Emblems ist nicht zu erkennen und ich vermisse auch die schönen, gelochten Artilleriefelgen.

Mit diesen Abbildungen wird sich kein zweiter Pulitzerpreis erringen lassen.

Weiterführende Links

Quellennachweis

 
 
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Entstehungsgeschichte des ZIS-110 Teil 1

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